| Veranstaltung: | Jahreshauptversammlung 17. April 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.1. Sprecherin |
| Antragsteller*in: | Stefanie Gutscher (KV Ennepe-Ruhr) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 12.04.2026, 14:07 |
B1: Stefanie Gutscher
Selbstvorstellung
Bewerbung als Kreissprecherin
Ihr Lieben,
ich habe lange darüber nachgedacht, mich als Kreissprecherin zu bewerben.
Nicht, weil mir die Themen fehlen – sondern weil ich großen Respekt vor der Verantwortung habe, die diese Rolle mit sich bringt.
Aber: Genau deshalb möchte ich sie übernehmen und werbe hiermit um euer Vertrauen.
Ich möchte gestalten und etwas verändern – auch, wenn ich noch nicht auf alles eine fertige Antwort habe.
Ich bin Erzieherin, habe in verschiedenen KiTas gearbeitet, in einem Sozialpsychiatrischen Zentrum und arbeite aktuell in einer OGS.
Ich erlebe täglich, wo unser System an seine Grenzen stößt: Zu wenig Räume, zu wenig Personal, zu wenig Geld – bei gleichzeitig steigenden Anforderungen wie zum Beispiel dem OGS-Rechtsanspruch ab diesem Sommer sowie der Zunahme psychischer Erkrankungen – auch bei Kindern und Jugendlichen.
Mir begegnen vor allem Kinder und Jugendliche, die sich nicht ausreichend gesehen und gehört fühlen. Und Fachkräfte, die unter Bedingungen arbeiten, die diesem Anspruch kaum gerecht werden können.
Diese Erfahrungen sind für mich nicht nur Alltag – sie sind politisch.
Mein Fokus liegt auf Kindern und Jugendlichen, die in unserem System oft durchs Raster fallen.
In meiner Arbeit und auch in Projekten, wie meinem Poetry Slam, erlebe ich, mit welchen Themen sie sich beschäftigen: psychische Belastung, Ausgrenzung, Identität, Zukunftsängste.
Ich habe diesen Poetry Slam initiiert, weil Jugendlichen oft Räume fehlen, um sich auszudrücken und auszutauschen. Heute findet er regelmäßig statt und bringt Menschen aller Generationen zusammen.
Das zeigt, dass Veränderung möglich ist. Und gerade Investitionen in Kinder und Jugendliche sind essenziell, denn sie werden in Zukunft unsere Gesellschaft tragen.
Als alleinerziehende Mutter kenne ich zudem die Herausforderung, Erwerbsarbeit, Care-Arbeit, finanzielle Belastungen und Verantwortung miteinander zu vereinbaren – und die Erfahrung, dass Strukturen oft an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei gehen.
Ich möchte auch diese Perspektive einbringen. Denn wir wissen: wenn Menschen sich nicht gesehen und verstanden fühlen, entsteht Frust. Entsteht Ohnmacht. Und schlimmstenfalls Radikalisierung.
Neben diesen inhaltlichen Themen ist mir auch die Zusammenarbeit innerhalb unseres Kreisverbands wichtig.
Ich wünsche mir mehr Austausch zwischen den Ortsverbänden, Vernetzung und ein gemeinsames Gestalten.
Mir ist wichtig, eine Ansprechpartnerin zu sein, mit der man reden kann – offen und verlässlich.
Ich weiß, ich bin noch recht „frisch“ dabei.
Aber ich bin bereit zu lernen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir euer Vertrauen schenkt!
Eure Steffi
- Alter:
- 46